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Das Morgenrot hat sich schon verzogen und ich hänge schlaftrunken an meinem Schreibtisch. Versuche auf und hinein zu kommen in diesen Tag. Ich würde mich daran gewöhnen. Ein müdes Lächeln. Nicht nur Tagesstunden bedingt, sondern weil es nicht so sein wird. Ich kenne diese Tageszeit, aber nicht um zu beginnen. Ich mag diese Tageszeit, als Abschluß, als Ende einer durchlebten, durcharbeiteten, durchstandenen Nacht. Erste Sonnenstrahlen in einer Stadt, gerade aufwachend, die mich mit einem guten Gefühl zur Ruhe schickt. Daran habe ich mich gewöhnt. Morgen wird es wieder so sein. Nach einer langen Nacht mit Musik, mit tanzenden feiernden Menschen, die ich um vier Uhr hinaus bitte, ins Bett schicke. Später dann auch die Künstler und das Barpersonal, wenn die Bühne abgebaut ist und der Zapfhahn verschlossen. Nur noch ein paar weitere Handgriffe, die in ruhiger Einsamkeit geschehen. Alles absperren, noch eine Runde ums Haus. Das Morgengrauen versteckt sich hinter den Bergen und verheißt mir einen Tag, von dem ich gar nicht so viel sehen werde. Immerhin gehören mir die ersten Brötchen des Tages, auch wenn es nur fertige Backlinge aus dem Aufbackofen sind, sie schmecken besser, als das sich die Morgenmenschen, ausgeschlafen wie sie sind, vorstellen können. Müde und überreizt, fast zerschlagen, und warmes Brot in den Händen. Um 8:15 Uhr den Laden aufsperren fühlt sich nie so lebendig an.
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Entwarnung aus dem Krankenhaus und psychotherapeutische Gespräche in zweierlei Rollen. Professioneller Erzähler und laienhafter Zuhörer. Ermüdend, zu wenig um einen Tag zu füllen und doch keine Zeit mehr übrig. Also zu früh ins Bett, was zugleich zu spät war, weil sich das morgendlliche Gefühl weigert ein ausgeschlafenes zu sein. Der Kaffee wärmt den Magen, weckt mich auf und lässt mich erkennen, dass meine Seele heute keine Lust hat. Zu was auch immer. Es ist nur ein normaler Arbeitsmorgen und ih weiss, ich könnte diesen Eintrag mit "copy and paste" gleich für morgen vervielfältigen. Auf ins vielfältige Arbeitsleben.
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Es sollten ein paar Tage der Erholung werden. Ein Abstandnehmen vom ständigen Gebrauchtwerden und vom Neuanfang organisieren. Verschnaufen und es gut sein lassen. Wenn einem aber durch Wiederholung die Geschichte, die eigene Geschichte, das eigene Erlebte, an das sich nicht zu erinnern ist, weil man damals zu klein war, vor Augen geführt wird, wenn die verschlummerten Gefühle, die unbwußten Wegbegleiter, durch das Mitmfühlen hervortreten, dann werden vergangene Jahre hinweggespült und der Abstand zu Gewesenem wird auf Sekunden heruntergeschmolzen. Nicht alles ist gleich, nicht alles hat die selbe Tragweite und die Folgen werden, so hoffe ich wenigstens, nicht so schlimm werden, wie ich es erleben durfte. Diese Ursachen, die erst vor kurzem begrifflich gemacht wurden in meinem Leben. Durch arbeiten, aufarbeiten, durch erinnern, recherchieren und nachfühlen. Was blieb von damals in mir stecken? Was hat dies Alles, das herausgerissen werden aus Sicherheit, allein gelassen sein, Kälte und Sterilität, das Sterben und zurück geholt werden, verursacht? Entfremdung! Ich sitze wieder zwischen Fremden. Das langsame Näherkommen an meine "Nächsten", an die mir logisch nahe sein Sollenden, ist weggewischt von der Furcht, dass in der neuen, der nächsten Generation die Geschichte fortgepflanzt wird. Es gibt immer Parallelen und Unterschiede und mögen die Unterschiede überwiegen. Geboren, als Wunschkind, aber nicht der Wunsch ein Kind zu haben ist es, sondern der Wunsch eine Heile Welt zu erzeugen. Für die Eltern, für Sie, damit sie das erhalten, was sie selbst nicht hatten. Eine Familie, eine ganze, nicht im Vorhinein zerstörte Familie. Das Kind ist für die Eltern da, nicht umgekehrt. Genau deshalb die Überforderung. Das Kind braucht auf einmal die Eltern, die allerdings etwas vom Kind haben wollten. Ihr eigenes Bedürfnis ist noch nicht befriedigt und ihre heile Welt, die gerade erst begonnen hat wird bedroht und so schauen sie hilflos auf das Kind und erwarten das es sich selbst rettet oder das die Ärzte es retten oder vielleicht auch Gott. Ich habe mich damals selbst gerettet, über die Jahre hinweg, immer selber und rette mich heute noch. Die Familie, die Eltern, konnte ich nicht retten. Es hat lange gedauert das zu begreifen.
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"Schlaf gut heut Nacht", sagte sie als sie ging. Ein sicherlich ernstgemeinter, aber frommer Wunsch. Denn heute ist, trotz Wolken und Nieselregen, der längste Tag im Jahr. Immer noch Dämmerlicht und das Warten bis die Sonne wieder aufgeht dauert nicht lang. Dazu habe ich noch eine Flasche Rotwein, zwölf Zigaretten und vier Schokodonuts. Könnte reichen, auch wenn es knapp wird. Was also anfangen? Am liebsten würde ich in so einer Nacht etwas fertig schreiben. So wie Neil Cassady in "Als ich mich das erste Mal selbst umbrachte" oder Tim Robbins im Buntspecht. Leider habe ich statt einer alles schaffenden Schreibmaschine nur diesen widerspänstigten Labtop und keine Geschichte die sich bereitwillig opfern und vollendet werden möchte. Ein kurzer Querblick auf die Nachrichten wirft den Fedehandschuh der Ironie in den abendlichen Ring. Heute ist "Tag des Schlafes". Welcher tagschlafende Beamte kam auf diese Idee? Gibt es keine langen Winternächte, zu verschlafende Herbsttage oder die Frühjahrsmüdigkeit? Nein, zum Sommeranfang. Wenigstens ist meine 40 Tage Playlist, ich hab' alles reingeworfen was mir aus meiner Sammlung bekannt vorkam, auf meiner Seite und lässt Judith Holofernes mit "du bringst mich um Schlaf und Verstand" zustimmen. Ungelöst bleibt natürlich die Frage nach dem, "was anfangen"? Natürlich könnte ich mich auf die Pflichterledigungen, das Liegengebliebene und Dringliche stürzen. Aber in so einer Nacht? Himmel nein! Da muss es noch etwas anderes geben. Erstmal wird die Flasche geköpft, die Zigarette entfacht und ein bisschen bei Walt Whitman geschmöckert. Die Nacht, oder besser der Tag, ist ja noch lang.
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Wenn ich von Zeit zu Zeit hier in meinem Blog vorbeischaue, wundert es mich immer wieder, dass es immer wieder Menschen gibt, die hereinstolpern und lesen. So 20 bis 30 im Monat. Natürlich kann es auch immer die selbe sehnsüchtige Person sein die täglich, weil sie vermisst, Kontakt sucht oder aus Gewohnheit, mich anklickt. Ich hoffe, sie ist, oder sie sind, nicht zu entäuscht über die nicht vorhandenen Neuigkeiten. Ich weiß im Moment mit der Pilgerstätte nichts Rechtes anzufangen. Schließung ist ausgeschlossen! Aber was soll es werden? Ideen?
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